DEMBIO

Dembio ist das älteste Dorf in der Gemeinde Chronstau und entstand kurz nach der Christianisierung des Stammes der Oppelner. In Dobre Dambe (Rychenwald) stand angeblich bereits

1070 eine Holzkirche. Ein altes Brett mit der oben genannten Datumsangabe wurde dort lange Zeit aufbewahrt. Das älteste Siegel der Pfarrei Dembio enthält dieses Datum als Gründungsdatum der Kirche. Der Legende nach rettete die Heilige Jungfrau Maria an dieser Stelle einen Bauern, der im Sumpf versank. Dembio war über Jahrhunderte hinweg einer der wichtigsten Orte der Marienverehrung und Pilgerfahrt im Oppelner Land. Im Jahr 1618 wurde dank der Spendenfreudigkeit der Einwohner und Pilger hier eine gemauerte Kirche aus heimischen Rohstoffen gebaut: aus Basalt und Feldsteinen. Die Verwüstungen durch die Schweden und das fast vollständige Aussterben der Einwohner führten dazu, dass Dembio seine Pfarrrechte verlor und die Einwohner von Dembio seitdem wieder zur Pfarrei in Raschau gehörten. Erst ab 1867 begann die Pfarrei Dembio wieder zu leben. Der Stolz der Kirche war ein wundertätiges Bild der Muttergottes von Tschenstochau und auf der anderen Seite ein Bild von Jesus Christus, gemalt auf Metallblech und vor Jahrhunderten auf einer Eiche gefunden. Während des großen Brandes im Jahr 1906 brannte das Bild zusammen mit der gesamten Kirche nieder, aber eine 400 Jahre alte Figur aus Lindenholz, die die Muttergottes mit dem Kind darstellt, blieb verschont. Die heutige Kirche wurde nach dem Brand in den Jahren 1909-10 im neobarocken Stil erbaut. Seit Jahrhunderten werden hier die Heilige Jungfrau Maria und der Heilige Rochus verehrt.

Auf den Feldern zwischen Dembio und Dębska Kuźnia, auf der „Kamionka”, befinden sich Ablagerungen von ehemals abgebautem Basalt sowie vom Eckstein. Kamionka ist heute ein interessanter Ort für naturliebende Touristen – dort wurden Lehr- und Naturpfade mit Beschreibungen der dort vorkommenden Pflanzenarten angelegt.

Dembio ist ein Gebiet mit reichen Traditionen in der Metallverarbeitung. Die erste Erwähnung einer Schmiede stammt aus dem Jahr 1531. Daraus erfahren wir, dass sich in der Nähe eine Siedlung von Metallarbeitern befand. Die Wiesen und Felder zwischen Dembio und Dębska Kuźnia heißen bis heute „Kowołlowe”.

Neben der Schule gibt es einen Kindergarten mit einem öffentlich zugänglichen Spielplatz, einem Mehrzweck-Sportplatz und einem Fitnessstudio unter freiem Himmel.

Im Dorf gibt es viele Vereine, die zahlreiche Veranstaltungen organisieren, darunter: Bärenführen, Tag der Kranken, Sommerfest, Erntefest, Feierlichkeiten zum St. Martinstag oder Heiligabend für Senioren. Jedes Jahr im April ist Dembio Gastgeber des polnischen Radrennens um den Pokal des Gemeindevorstehers von Chronstau.

In Dembio lohnt es sich, auf die gepflegten und renovierten Wegkreuze, Kapellen und Denkmäler zu achten. Im Ort befindet sich unter anderem ein Denkmal für die Opfer der Weltkriege und eine Kapelle, die eine Nachbildung der Kapelle der Heiligen Jungfrau Maria in Gietrzwałd/ Dietrichswalde ist.

In Dembio kann man sich auf dem schön gestalteten Platz an ul.

Młyńska ausruhen und neue Kraft tanken. Sehenswert ist auch das Naturdenkmal – die Allee der Stieleichen an ul. Parkowa.