LENDZIN

Lendzin grenzt im Norden an die Gemeinde Turawa und im Westen an die Stadt Oppeln. Das Dorf liegt verkehrsgünstig an der Nationalstraße Nr. 46 Oppeln-Warschau.

Lendzin wurde erstmals 1295 als Ledzynicze erwähnt. Andere Namen dieses Ortes: 1421 – Lanka; 1531 – Lendziny; 1566 – Lendyn; 1936 – Lenzen; 1945 – Lędziny. Im Jahr 1854 entstand hier eine kleine Kirche, die der Maria, Hilfe der Christen geweiht wurde. Heute ist sie eine Filiale der Ende des 19. Jahrhunderts in Chronstau erbauten Kirche. Diese Kirche ist aufgrund ihres historischen Wertes und als Kultstätte erwähnenswert. Der Legende nach kamen 1878 während einer Dürrekatastrophe die Bewohner des Dorfes Goslawitz (heute ein Stadtviertel von Oppeln) hierher, um vor dem Bild der Muttergottes für eine Wetterbesserung zu beten. Auf dem Rückweg fiel ein heftiger Regen. Zur Erinnerung an dieses Ereignis finden jedes Jahr Pilgerwanderungen zur Kirche statt. Im Jahr 2018 jährte sich zum 150. Mal die Verlegung der in Zbicko erbauten Marienkapelle nach Lendzin. Anlässlich dieses Ereignisses gab die Gemeinde eine Chronik des Ortes und der Kirche in Lendzin heraus.

In Lendzin finden regelmäßig Veranstaltungen statt, um soziale Bindungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten und die Kultur zu fördern. Der Verein der deutschen Minderheit ist hier sehr aktiv. Die Dorfbewohner treffen sich im Gemeinschaftsraum. Aus diesen Treffen sind viele Initiativen hervorgegangen, darunter die Einrichtung eines Kinderspielplatzes und eines Fitnessstudios

im Freien. In Lendzin wird der Brauch des Bärenführens als Symbol für das Ende des Karnevals gepflegt.

Hinter dem Dorf liegt Zbicko – ein Dorf, das 1845 erstmals erwähnt wurde. Dort befand sich eine klassizistische Försterei – ein Schloss und ein Park aus der Zeit um 1830. Heute beherbergt das Gebäude das Monar-Zentrum. Das Objekt ist im Denkmalregister der Woiwodschaft eingetragen.

An der Straße in Richtung Oppeln, rechts der Landstraße (neben dem Wald) steht ein Gedenkstein, der an einen Mann erinnert, der 1928 an dieser Stelle ermordet wurde. Darauf steht zu lesen: „Hier fiel von Mörderhand Rochus Nowak”. Der Überlieferung zufolge fuhren einmal drei junge Männer mit dem Fahrrad. Ein Fremder auf einem Fahrrad, der in die entgegengesetzte Richtung fuhr, erschoss Rochus mit einem Revolver.