DER JOSEPH-VON-EICHENDORFF-WEG IN NEISSE

Der Joseph-von-Eichendorff-Weg in Neisse wurde 2006 angelegt. Es handelt sich um einen biografischen Rundgang, der zu Orten führt, die mit dem bedeutenden deutschen Dichter in Verbindung stehen. Joseph von Eichendorff wurde am 10. März 1788 in Lubiwitz bei Ratibor geboren. Er studierte an den Universitäten in Halle, Heidelberg und Wien. Im Jahr 1814 heiratete er Luise von Larisch aus Pogrzebin. Im Jahr 1816 trat er in den preußischen Staatsdienst ein. In den Jahren 1821–1844 arbeitete er als Beamter im Ministerium für Glaubensangelegenheiten. Im Jahr 1885, bereits im Ruhestand, zog er nach Neisse. Er starb am 26. November 1857.

Er wurde auf dem Friedhof in Neisse neben seiner zwei Jahre zuvor verstorbenen Frau beigesetzt.

Joseph von Eichendorff hinterließ ein umfangreiches literarisches Vermächtnis, darunter

Gedichte, epische Dichtungen, Novellen, Erzählungen, Theaterstücke und politische Essays. Seine Gedichte dienten vielen Komponisten als Vorlage, darunter Robert Schumann, Richard Strauss und Felix Mendelssohn.

Der Joseph-von-Eichendorff-Weg führt zu den Orten, die der Dichter während seiner Aufenthalte in Neisse am häufigsten besucht hat. Der 3 km lange Weg beginnt vor dem Wirtschaftsschulzentrum in Neisse. Hier befindet sich ein Denkmal für den Dichter (Büste). Das erste Denkmal, das von den Einwohnern von Neisse zum hundertsten Geburtstag des Dichters gestiftet wurde, wurde im März 1945 zerstört. Die erhaltene Bronzebüste befindet sich heute in der Basilika St. Jakob und Agnes in Neisse. Die neue Büste wurde 2002 aufgestellt. Der nächste Punkt auf dem Weg ist der Jerusalemer Friedhof – einer der ältesten und größten Friedhöfe in Neisse mit über 17.000 Gräbern, auf dem viele bekannte und verdiente Einwohner der Stadt begraben sind, darunter Joseph von Eichendorff, die Schriftstellerin Wanda Pawlik, der Maler Lukas Mrzygłod, der Vater der schlesischen Feuerwehrleute Johannes Hellmann oder der Maler und Museumsdirektor Franciszek Pikuła. Hier wurde ursprünglich auch Maria Luiza Merkert beigesetzt.

Anschließend führt der Weg entlang der Außenbefestigungsanlagen von Jerusalem, wo sich ein Aussichtspunkt auf die Hohe Batterie und den malerischen Hügel befindet, früher Charlottenhöh genannt. Auf dem Hügel, der Eichendorffs Lieblingsspazierweg war, befindet sich heute eine nach ihm benannte Laube. In die Wände der Laube sind Auszüge aus Gedichten des Dichters eingraviert. Es ist eine malerische Route, leicht und für jedermann zugänglich.